Akademisches Ghostwriting: (Wahn-)Vorstellung und Wirklichkeit

ghost_paint-t1Akademisches Ghostwriting ist in den letzten Jahren ziemlich ins Gerede gekommen. Zu Unrecht, denn Plagiatsaffären, wie die derzeitige Saga um die Bundesbildungsministerin Annette Schavan oder die Affäre um den ehemaligen Verteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg haben nichts mit akademischem Ghostwriting zu tun. Im Gegenteil: Hätten Frau Schavan und Herr zu Guttenberg die Dienste eines guten akademischen Ghostwriters nachgefragt, sie hätten mit Sicherheit keine Arbeit abgegeben, die den Verdacht, dass der Ersteller ein Plagiat-Künstler ist, nährt oder bestätigt, denn: gute akademische Ghostwriter haben einen Berufsethos, der es ihnen verbietet, die Arbeiten von anderen zu kopieren und sich aus dem Internet Textfragmente zusammen zu klauben.

Ein guter akademischer Ghostwriter zeichnet sich dadurch aus, dass er Spaß am wissenschaftlichen Arbeiten hat. Ihn reizt die Vielfalt der Themen, die ein akademischer Ghostwriter im Verlauf seiner Karriere bearbeiten kann. Ein guter akademischer Ghostwriter schreibt deshalb jeden Text von der Pike auf selbst, schon weil das, was er als Plagiat benutzen könnte, seinen eigenen Ansprüchen nicht genügt. Deshalb sind die Textvorlagen, die ein guter akademischer Ghostwriter erstellt, für Studenten und Promovenden so wertvoll, denn Sie erhalten ein Unikat, das die wissenschaftliche Auseinandersetzung des akademischen Ghostwriters mit einem Fachgebiet, einer konkreten Aufgabe darstellt.

Folglich kann man von einem guten akademischen Ghostwriter und den Vorlagen, die er liefert, sehr viel lernen, etwa, wie man an ein Thema herangeht, wie man einen wissenschaftlichen Text aufbaut, wie man sicherstellt, dass ein Thema umfassend bearbeitet ist ohne dabei die Leser auf halber Strecke zu verlieren. Studenten und Promovenden können sich auf der Grundlage der Vorarbeiten des akademischen Ghostwriters ein gutes Bild von einem Gegenstandsbereich machen und darüber hinaus die eigene Arbeit am vorgegebenen Standard ausrichten. Hier erfüllen gute akademische Ghostwriter zudem die Funktion eines Lehrenden, denn die Standards an manchen deutschen Universitäten sind so weit abgesunken, dass nur noch selten, wenn überhaupt Bibliographierkurse angeboten werden. Ein guter akademischer Ghostwriter beherrscht das Zitieren in Fußnoten und im Text (amerikanisches Zitieren) und weiß, worauf es ankommt, so dass Studenten und Promovenden, die ihr Studium ohne die Kenntnis, dass ein direktes Zitat die Angabe einer Seitenzahl erfordert, absolvieren konnten, etwas lernen.

Ein guter akademischer Ghostwriter kann Studenten und Promovenden auch mit den Fertigkeiten und Fähigkeiten vertraut machen, die man an manchen Universitäten, vermutlich weil viele dort beschäftigten Dozenten sie auch nicht beherrschen, als gegeben voraussetzt: Ich rede vom Aufbau einer Arbeit, von der Konzeption, der Anlage einer Arbeit, von der Frage, wie man und wo man Zitate in den Text einbaut, wie man aus einem Datensatz statistische Ergebnisse gewinnt, die Sinn machen und wie man die Ergebnisse durch eine Theorie und daraus abgeleitete Hypothesen vorbereitet und vieles mehr.

Ein guter akademischer Ghostwriter ist somit viel mehr als der Produzent eines wissenschaftlichen Textes. Er ist akademischer Lehrer, gibt Hilfestellung und füllt die Lücken, die die Ausbildung an leider immer mehr deutschen Universitäten lässt.

Und woran erkennt man einen guten akademischen Ghostwriter?

Ganz unbescheiden, an Texten wie diesem.

Man erkennt ihn daran, dass er inhaltlich auf Anfragen antwortet und keine Standardtexte schickt, die auch der Amtsleiter in Wanne Eickel hätte verfassen können.

Man erkennt ihn daran, dass er nachfragt, sich Informationen schicken lässt, um seine Leistung genau auf die Bedürfnisse von Kunden zuzuschneiden und nach Aufwand zu berechnen.

Und man erkennt ihn daran, dass er in allen Fragen des wissenschaftlichen Arbeitens ein kompetenter und versierter Ansprechpartner ist.

Und wenn Sie jetzt eine Anfrage an einen guten akademischen Ghostwriter richten wollen, dann nutzen Sie bitte diesen Link.

Statistik für Anfänger: Sprachliche Präzision

Wir werden hier im Laufe der Zeit ein paar Beiträge dazu veröffentlichen, wie man eine qualitative empirische Untersuchung durchführt und schreibt.

Heute fangen wir mit etwas einfachem an: Der Abgrenzung des Gegenstandsbereichs – also was Sie eigentlich untersuchen wollen.

Das Problem stellt sich insofern, als eine empirische Untersuchung nur dann Sinn macht, wenn das, was sie untersuchen wollen, auch gemessen werden kann. Dafür eignen sich objektive Kriterien wie das Einkommen einer Person oder der Umsatz eines Unternehmens. Schwieriger wird es mit subjektiven Empfindungen, beispielsweise der Markenaffinität. Aber auch dafür gibt es Messinstrumente (dazu in einem Folgeartikel mehr), insofern können Sie eigentlich alles messen, Sie müssen nur Ihrem Leser deutlich erklären, was sie eigentlich messen. Daher: Definieren Sie genau, was Sie eigentlich untersuchen wollen.

Warum das so wichtig ist? Nun, nehmen wir an, Sie sind  Mediziner und wollen beispielsweise sowas wie die Kollegen hier untersuchen:

Britische Forscher hatten sich die Krankenakten von mehr als 100.000 Schotten mit Typ-2-Diabetes angesehen, bei denen um den Zeitpunkt der Diabetesdiagnose herum auch der Body-Mass-Index [BMI] bestimmt worden war. Untersucht wurde die Sterberate der Patienten in Abhängigkeit von BMI-Werten […]. Todesfälle in den ersten beiden Jahren gingen nicht in die Berechnung ein, […].  (Quelle)

In dem Fall  brauchen Sie (zumindest) zwei Datenpunkte pro Patient: Erstens sein BMI und zweitens der Zeitpunkt seines Todes. Dazu brauchen Sie eine sinnvolle Fallzahl. Und dann müssen Sie überlegen, wie Sie vorgehen. In unserem Fall das relative Risiko zu sterben („Sterberate“) im Vergleich zwischen Menschen mit hohem und niedrigen Body Mass Index.  Das geht beispielsweise mit einer Regressionsanalyse (auch die wird hier in Zukunft erläutert). Und dann berichten Sie Ihre Ergebnisse:

A total of 9,631 deaths occurred between 2001 and 2007. Compared with reference group, mortality risk was higher in patients with BMI 20 to <25 kg/m2 (-HR 1.22 [95% CI 1.13–1.32] in men, 1.32 [1.22–1.44] in women) and patients with BMI ≥35 kg/m2 (for example, 1.70 [1.24–2.34] in men and 1.81 [1.46–2.24]) in women for BMI 45 to <50 kg/m2). Vascular mortality was higher for each 5-kg/m2 increase in BMI >30 kg/m2 by 24% (15–35%) in men and 23% (14–32%) in women, but was lower below this threshold. (Quelle)

Da das jetzt etwas kompliziert klingt, lässt sich das für den Mainstream schön zusammenfassen, wie es die Ärztezeitung macht:

Das niedrigste Sterberisiko hatten Diabetiker mit einem BMI zwischen 25 und 30. Demgegenüber war die Sterberate bei diabeteskranken Männern mit einem normalen BMI zwischen 20 und 25 um 22 Prozent, bei Frauen um 32 Prozent erhöht.

Das hat nun beides die gleiche Aussage, möchte man meinen. Hat es aber leider nicht: Das „Sterberisiko“, ohne weitere Zusätze oder Erläuterungen, ist für jeden Menschen immer definitiv 100%. Hier fehlt das Wort „relativ“, und auch wenn man gutmütig darüber hinwegsehen könnte, ist es einfach nur schlampig. Wenn Sie also das relative Sterberisiko untersuchen, nennen Sie es auch so. Wenn Sie die Kaufabsicht untersuchen (dazu können Sie Leute einfach fragen), schreiben Sie nicht, dass sie das Kaufverhalten messen (dazu müssen sie es wirklich kaufen). Denken Sie also vorher nach, ob Sie Ihre Einflussvariablen und die abhängigen Größen auch wirklich messen können, dafür Daten haben und das Sinn macht. Und dann schreiben Sie es bitte präzise hin – Sie sind ja Wissenschaftler wie die Autoren um Jennifer Logue und nicht Schreiber bei der Ärztezeitung.

Sozialpsychologie: Warum Menschen tratschen

Die deutsche Sprache kennt eine Reihe von Begriffen, mit denen die Freude, die manche Menschen daran empfinden, sich hinter dem Rücken anderer über diese zu unterhalten, beschrieben wird. Die Gerüchtsküche kocht, Tratschweiber sind unterwegs, Klatschmagazine sind prall mit Neuigkeiten zweifelhafter Authentizität gefüllt, fast nichts scheint so schön, wie das Weitergeben von Gerüchten bzw. das Produzieren von Gerüchten.

Aber warum klatschen, tratschen, „gossipen“ Menschen hinter dem Rücken anderer, und wie rechtfertigen Sie diese Tätigkeit vor sich und anderen? Diese Fragen haben Bianca Beersma und Gerben A. van Kleef zum Ausgangspunkt von drei Experimenten genommen, in denen sie die Bereitschaft zum Klatschen untersucht haben. Dabei hat sich wenig überraschend gezeigt, dass das Hauptmotiv, das hinter dem Klatschen steht, der Austausch von Informationen über andere ist. Gerechtfertigt wird dieser Austausch, insbesondere dann, wenn er normverletzendes Verhalten anderer zum Gegenstand hat (z.B. Hast Du schon gehört, was … gemacht hat?), immer mit Bezug auf eine soziale Gruppe, der sich die Klatschenden zugehörig fühlen und die sie für sich in Anspruch nehmen, anders formuliert: Der Schutz der sozialen Gruppe vor dem vermeintlich normverletzenden Verhalten derer, über die geklatscht wird, wird zur Rechtfertigung für das Verbreiten von Gerüchten genommen.

Beersma, Bianca & van Kleef, Gerben A. (2012) Why People Gossip: An Empirical Analysis of Social Motives, Antecedents, and Consequences. Journal of Applied Social Psychology 42(11): 2640-2670.

Zitieren – Kein Buch mit sieben Siegeln!

Es mag sein, dass ich in dieser Hinsicht eigen bin, aber ich habe das Zitieren noch von der Pike auf gelernt. Hans-Joachim Haubold, Universitätsbibliothekar in Mannheim, hat mich und meine Kommilitonen gequält. Aber die Quälerei hat sich gelohnt. Keiner derjenigen, die durch die Hauboldsche Zitierkaderschmiede gegangen sind, hat sich hinterher getraut, gegen das Erlernte zu verstoßen.

Umso schlimmer ist es, wenn man heute ein Buch aufschlägt und sich die Art und Weise ansieht, in der zitiert wird. Alle Formen des Zitieren haben sich mittlerweile zu einem kaum mehr beherrschbaren Wirrwar vermengt, in dem einem plötzlich ein (Vgl.) mitten im Text entgegen prangt, gefolgt von einem (Ebenda) auch im Text, man glaubt es kaum. Ein paar Seiten weiter hat es sich der Autor dann anders überlegt. Vielleicht hat er eine Nacht darüber geschlafen, vielleicht hat er zwischenzeitlich ein tief beeindruckendes Beispiel direkten Zitierens vor seiner Nase und plötzlich gibt es (Meier 2011: 52) und zwei Absätze weiter (Meier 2011: 55). Nichts mehr mit (Ebenda) und auch kein (Vgl.) mehr. Und um dem ganzen die Krone aufzusetzen, findet sich einige Zeilen weiter eine Fußnote (zum Glück keine Endnote, eine Unsitte die auszusterben scheint). Also wandert der Blick auf der Seite nach unten und, man glaubt es kaum: Vgl.: Meier 2001: 28. Es ist zum Mäusemelken, und man merkt deutlich, derjenige, der dieses Buch geschrieben hat, zitiert nicht, nein, er dilettiert mit Verweisen, von denen er offensichtlich nicht die geringste Ahnung hat, warum sie überhaupt gemacht werden.

Also fangen wir vorne an:

Man zitiert, um Gedanken, die nicht eigene sind, zu belegen, und zwar in einer Weise, die es Dritten ermöglich, die zitierte Stelle aufzufinden.

Die Gedanken, die nicht die eigenen sind, kann man direkt zitieren, das ist dann der Fall, wenn eine Textstelle übernommen wird, was durch „“ kenntlich gemacht wird.

Die Gedanken, die nicht die eigenen sind, kann man auch indirekt zitieren und einem Fremdautoren die eigene Interpretation seiner Gedanken andichten. Damit die Verballhornung der Gedanken anderer nicht den entsprechenden anderen angelastet wird, zitiert man ohne „“.

Es hat sich in manchen Wissenschaften, deren Ausbildung im Zitieren nicht so ganz den Standards entspricht, wie sie Hans-Jürgen Haubold für richtig hält, eingebürgert, nicht direkte Zitate mit einem „Vgl.“ zu kennzeichnen. Dies ist, soweit es in Fußnoten erfolgt, zulässig wenngleich unnötig, da bei einem indirekten Zitat keine „“ vorhanden sind und deshalb auch der unbedafteste Zitierer sehen sollte, dass hier indirekt zitiert wurde. Darüber hinaus ist das „Vgl.“ ein Relikt, das seinen Sinn daraus bezieht, dass Autoren unterschiedliche Interpretationen historischer Quellen vorgenommen haben. Wenn also Karl Dietrich Bracher die Emser Depesche im Urtext neu interpretiert hat und auf die Stelle im Original hinweisen wollte, die er neu interpretiert hat, dann hat er „Vgl.“ vor die entsprechende Quellenangabe in der Fußnote geschrieben. Das setzt für Puristen wie mich voraus, dass man Quellen haben muss, um „Vgl.“ zu schreiben, aber man kann sich natürlich darüber streiten, was eine Quelle ist. Ich denke dabei an historisches Material, manche BWL-Professoren denken dabei an die Homepage von Pepsi Cola…. Aber in einem Punkt kann man mit mir nicht reden: Weder (Vgl.) noch (Ebenda) hat im Text etwas zu suchen. Beide Zitierweisen machen ausschließlich in Fußnoten Sinn. Wer sie im Text benutzt, zeigt seine völlige Unbedarftheit (Machen Sie sich doch einmal den Spaß, die Zitierweise Ihres Profs zu prüfen. Sie werden sich wundern!)

Warum hat z.B. (Ebenda) nichts im Text zu suchen. Nun ein (Ebenda) im Text wirkt auf Leute, die Zitieren gelernt haben, wie ein weiblicher Artikel vor einem männlichen Hauptwort: einfach nur falsch. Und wem das nicht genügt, hier ein pragmatisches Argument: Wenn Fußnote 21 sagt: Meier 2011: 25 und Fußnote 22 Ebenda, dann muss man schlimmstenfalls eine Seite zurückblättern und am Ende der Seite die Fußnoten scannen, um zu sehen, was Ebenda ist. Wenn ein (Ebenda) unvermittelt im Text auftaucht, dann muss man anfangen nach dem Zitat zu suchen, auf das sich das (Ebenda) beziehen könnte und das ist einfach nur ärgerlich.

Um es noch einmal zu wiederholen: Es wird zitiert, um Gedanken, die nicht die eigenen sind, kenntlich zu machen. Das Ziel des Zitierens ist es, dem Leser die Möglichkeit zu geben, die entsprechende Stelle im Original zu finden. Das kann man in Fußnoten oder in der so genannten amerikanischen (Harvard, APA) Zitierweise im Text sicherstellen. Wie auch immer man es tut, wichtig ist, dass es konsitent erfolgt.

Wer also im Text zitiert, kann nicht plötzlich anfangen, in Fußnoten zu zitieren und umgekehrt.

Wenn im Text zitiert wird, dann ist es eine Frage des persönlichen Geschmacks, ob man

so: (Meier 2011: 25)

oder so: (Meier, 2011, S.25)

oder so: (Meier 2011, S.25)

zitiert.

Wenn in Fussnoten zitiert wird, dann ist es ebenfalls eine Frage des persönlichen Geschmacks, ob man

so: 1 Meier (2011), S.25

2 Meier (2011), S.26

oder so:

1 Meier, Hans „Das Zitieren im Kontext der Moderne“, S.25

2 Ebenda, S.26

oder so

1 Meier „Zitieren Moderne“, S.25

2 Meier „Zitieren Moderne“, S.26

zitiert. Hauptsache konsitent!

Abgesehen von diesen einfachen Regeln, die man beim Zitieren beherzigen sollte, gibt es eine Reihe von „fancy“ Versionen des Zitierens [1] im Text oder in der [2] Fussnote, der dann ein Literaturverzeichnis in Reihenfolge folgt. Das alles sind, wie gesagt, Fragen des Geschmacks, der zwischen Professionen offensichtlich und erheblich differiert, und diese Fragen können anders beantwortet werden, so lange das Ziel des Zitierens, die Identifikation fremder Gendanken und deren Auffindbarkeit gewährleistet ist. Lassen Sie sich also nicht von strikten Zitierregeln abschrecken, wie sie zuweilen von Fachbereichen herausgegeben werden (Die Regeln sind um so strikter, je weniger theoretische Fundierung das Fach/der Fachbereich hat, so jedenfalls meine Beobachtung: Je weniger inhaltlich mache Fächer zu sagen haben, desto mehr Wert legen sie auf formale Pinzeligkeit, die z.B. Literaturverzeichnisse dann, wenn die Vornamen der Autoren ausgeschrieben sind, als „falsch“ ansieht oder unbedingt in Fußnoten den Autorennamen und eine Abkürzung für den zitierten Text sehen will, die dann im Literaturverzeichnis wieder mühsam und zur allseitigen Verwirrung rückübersetzt werden muss – aber: Des Professoren Wille ist sein Himmelreich…).

Noch ein letzter Punkt: Internetquellen. Ja. Die machen einem Kopfzerbrechen, denn man kann sie nicht guten Gewissens im Text zitieren etwa: (http://www.2ghostwriters.de/wp-admin/post-new.php). Das zerstört nicht nur den Lesefluss. Aber, will die Puristik nicht, dass nur im Text oder nur in Fussnoten zitiert wird? Die Antwort ist wie immer: Ja, … und nein. Das Ziel der Lesbarkeit von Texten steht in diesem Punkt nach meiner Ansicht über der Puristik, und deshalb habe ich das Problem des Zitierens für mich so gelöst, dass ich Internetquellen unabhängig davon, wie ich sonst zitiere, immer in Fußnoten packe. Das sieht einfach besser aus!

Eine Masterarbeit schreiben, wie mache ich das eigentlich?

Sie stehen am Ende Ihres Master-Studiums, haben bereits ihren Bachelor und die Bachelorarbeit erfolgreich hinter sich gebracht und stehen nun vor der letzten großen Herausforderung Ihres Studiums: Der Master Thesis. Im Rahmen Ihres Studiums haben Sie Seminare besucht und Seminararbeiten geschrieben, aber jetzt sollen Sie eine dem Titel entsprechende wissenschaftliche Arbeit anfertigen. Sie müssen beweisen, dass Sie eigenständig in der Lage sind, eine anspruchsvolle, mitunter empirische Arbeit zu schreiben – und das fängt mit dem Thema an.

Beim Thema der Masterarbeit gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder, Sie nehmen ein von Ihrem Betreuer vorgegebenes Thema an, oder Sie wählen ein Thema nach Ihren Interessen aus und überzeugen den betreuenden Professor davon, dass es sich um ein relevantes Thema handelt. Diese Relevanz sollte im Idealfall von wissenschaftlicher wie praktischer Seite aus gegeben sein – und das müssen Sie auch belegen, am besten durch Zitate. Im ersten Schritt lesen Sie also möglichst viel Literatur, vorzugsweise Zeitschriftenbeiträge aus wissenschaftlichen Fachjournalen, und achten darauf, welchen Aspekten Ihres Fachgebiets die Autoren mehr Forschungsbedarf attestieren. Sie kommen sicher auf ein Thema, was sowohl Sie (Sie müssen es ja schreiben) als auch die Wissenschaftscommunity interessiert. Die zentralen Fragen, die dabei aufkommen, sind Ihre Forschungsfragen.

Tipp Nummer 1 [Themenfindung]:
Wenn Sie nicht spontan erklären können, was an dem Thema interessant ist und warum, überlegen Sie es sich nochmal in Ruhe!

 

Haben Sie sich für ein Thema entschieden, suchen Sie Literatur speziell zu diesem Thema. Wenn Sie sehr wenig finden, ist das tendenziell negativ zu bewerten. Überlegen Sie sich gut, ob Sie auf Basis der bestehenden Literatur das Thema wirklich umfassend bearbeiten können. Gibt es zu Ihrem Thema – nehmen wir als Beispiel „Geschäftsmodelle und Ihre Eignung für Social Media Marketing“ – zwar wenig konkrete Literatur, aber zu den Bereichen, die Sie verknüpfen, ausreichend Literatur, haben Sie aber kein Problem. Sie müssen aber die Verknüpfung herstellen und erklären können. Finden Sie sehr wenig, bietet sich auch eine empirische Arbeit an, bei der Sie ein bekanntes und bewährtes Konzept in einem neuen, spezifischen Kontext untersuchen – Beispielsweise „Auswirkung der Bologna-Reform auf die Motivation von Studenten“. Achten Sie aber auch darauf, dass Sie Daten erheben oder beschaffen können, die zur Beantwortung Ihrer Forschungsfragen geeignet sind.

Tipp Nummer 2 [Art der Arbeit]:
Gibt es viel Literatur, können Sie eine rein theoretische Arbeit schreiben. Gibt es wenig, lohnt sich die Überlegung, eine empirische Untersuchung anzustellen.

 

Haben Sie ein Thema gefunden, die Literatur gelesen und sich für eine theoretische oder wissenschaftliche Arbeit entschieden, sollten Sie eine Gliederung erstellen. Ihre Arbeit beginnt mit einer Einleitung und endet mit einem Ausblick. Dazwischen bringen Sie einen Grundlagenteil, gegebenenfalls mit Literaturüberblick, einen theoretischen Teil und bei einer empirischen Arbeit einen praktischen Teil unter. Planen Sie möglichst detailliert und überlegen sich bei jedem Punkt, den Sie wichtig finden, wo er hingehört, warum und welchen Beitrag er für den Erkenntnisfortschritt leistet. Können Sie das nicht erklären, fehlt Ihrer Arbeit am Ende der „Rote Faden“.

Tipp Nummer 3 [Gliederung]:
Gehen Sie vom Allgemeinen ins Spezielle.

 

Jetzt müssen Sie Ihr Konzept noch mit Inhalten füllen. Nehmen Sie sich dafür ausreichend Zeit und beachten Sie von Anfang an die Grundsätze wissenschaftlichen Arbeitens, allen voran ordentliches Zitieren und für jede Behauptung eine Quellenangabe. Verwenden Sie nach Möglichkeit eine Literaturverwaltungssoftware wie Citavi, welches Sie an vielen Hochschulen kostenlos nutzen können. Sollten Sie sich vom Vorgehen her unsicher sein, lesen Sie ein Buch zum wissenschaftichen Arbeiten – beispielsweise für Betriebswirte das von Theisen, für Geistes- und Sozialwissenschaftler den Klassiker von Umberto Eco, Naturwissenschaftlern empfehle ich Ebel.

Sollte Ihnen noch etwas unklar sein, können wir Ihnen gerne weiterhelfen. Selbstverständlich ist die Kontaktaufnahme und damit die Erstberatung kostenlos, unverbindlich und absolut vertraulich. Schicken Sie uns doch einfach eine eMail oder benutzen Sie unser Kontaktformular.

Lösungen für typische Probleme in der Forschung

Typische Probleme, die wir lösen, sind:

  • Wie finde ich ein passendes Thema?
  • Wie kann man eine Problemstellung nebst Forschungsfragen herleiten?
  • Wo finde ich die passende Literatur?
  • Welche Theorien sind für das Thema relevant?
  • Wie führe ich eine empirische Untersuchung durch und wie erstelle ich einen Fragebogen oder Interviewleitfaden?
  • Wie werte ich die Ergebnisse meiner Untersuchung aus?
  • Was sagen mir die Ergebnisse? Wie stelle ich einen Bezug zur Theorie her?
  • Wie gebe ich meiner Arbeit eine Struktur?
  • Was muss ich machen, damit meine Arbeit einen “roten Faden” hat?

Selbstverständlich ist die Kontaktaufnahme und damit die Erstberatung kostenlos und unverbindlich. Schicken Sie uns doch einfach eine eMail oder benutzen Sie unser Kontaktformular.

Deutschland verliert an Boden

Der neue Economic Freedom of the World Bericht des Kanadischen Frazer Instituts zeigt, dass Deutschland an Boden verliert. Unter den 144 untersuchten Nationen, nimmt Deutschland zwar nach wie vor einen vorderen, nämlich den Rang 31 ein, hat aber bei Staatsausgaben und bei Regulierungen, insbesondere bei solchen, die den Arbeitsmarkt betreffen, erheblich an Boden verloren und belegt nur noch Platz 111 (Staatsausgaben) bzw. Platz 112 (Reglementierungen). Das Frazer Institut erstellt den Economic Freedom of the World Bericht regelmäßig. Der Datensatz steht Forschern zur Verfügung und über die letzten Dekaden haben eine Vielzahl von Forschern die Daten genutzt und wieder und wieder die folgenden Zusammenhänge bestätigt:

  • Mit dem Ausmaß unternehmerischer Freiheit steigt das Durchschnitts-Einkommen.
  • Mit dem Ausmaß unternehmerischer Freiheit steigt das wirtschatfliche Wachstum
  • Mit dem Ausmaß unternehmerischer Freiheit steigt das Einkommen der ärmsten 10% einer Gesellschaft.
  • Mit dem Ausmaß unternehmerischer Freiheit steigt die Lebenserwartung.

Hier gehts zum Bericht des Frazer Instituts.

Die so genannte Gläserne Decke gibt es nicht

Die derzeitigen Versuche, eine Quote für Frauen in Aufsichtsräten (corporate boards) durchzusetzen, gehen davon aus, dass es in Unternehmen eine „Gläserne Decke“ gibt, an die aufstiegswillige Frauen stoßen und die entsprechend ihren Aufstieg verhindert. Die EU-Kommissarin für Justiz, Viviane Reding, spricht in diesem Zusammenhang gerne von a group of middle-aged, business suit wearing men.

In einer ausführlichen Untersuchung auf der Grundlage des HIS-Absolventenpanel hat Thomas Ochsenfeld nun gezeigt, dass es eine Gläserne Decke in deutschen Unternehmen nicht gibt. Dass weniger Frauen in den Führungspositionen von Unternehmen zu finden sind, ist das Ergebnis von Lebensentscheidungen und Studienfachwahl der entsprechenden Frauen, die zum einen Fächer, vornehmlich aus den Sozialwissenschaften studieren, die nicht gerade als Sprungbrett in Positionen des Top-Managements bekannt sind, zum anderen sich für eine eigene Familie und damit gegen eine Karriere entscheiden.

Die Untersuchung von Ochsenfled ist in der Kölner Zeitschrift für Soziologie und Soialpsychologie erschienen: Ochsenfeld, Thomas (2012). Gläserne Decke oder goldener Käfig: Scheitert der Aufstieg von Frauen in erste Managementpositionen an betrieblicher Diskriminierung oder an familiären Pflichten? Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 64(3): 507-534.